2002 Schermbeck

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Zeltlager 2002
in Schermberg

oder

Ist Zeltlager Erholung?
Ja, wenn es so läuft wie in diesem Jahr..

Bevor wir mit dem Zeltlagerbericht beginnen, entschuldigen wir uns schon mal im voraus. Dieser Bericht wird etwas einseitig. Das liegt nicht daran, dass es nicht mehr im Lager gab, nur leider haben wir nicht sehr viel davon mitbekommen. Wir waren entweder gerade beim Kochen, Einkaufen, Planen oder manchmal auch beim Schlafen.
Da sich bisher niemand daran gemacht hat, dieses außergewöhnliche Lager in Worte zu fassen, nehmen wir uns nun dieser Aufgabe an. Wir, dass sind Marco Herrndorff (Koch, TL und Bullenfänger...) und Stefan Kretschmer (TL, LL und ein klein wenig Koch).

Das stressigste am gesamten Lager waren die Stunden bevor der Vortrupp aufbrechen konnte. Der vorbestellte LKW stand plötzlich nicht zur Verfügung. Mit Schweißperlen auf der Stirn und dem Handy am Ohr wurde nach einer Lösung gesucht. Nach 2 1/2 Stunden stand uns endlich ein anderer LKW zur Verfügung. An der Schmiede wurde eingeladen. Und das in einer absolut rekordverdächtigen Zeit. Dank noch mal an alle, die mit angefasst haben.
Es ist immer wieder ein Wunder, dass auch optische 16 Tonnen in einen kleinen 7 1/2 Tonner passen. Denken wir lieber nicht darüber nach.

In den frühen Abendstunden machten wir uns dann auf den Weg nach Schermberg. Schermberg, wo bitte liegt Schermberg? Ganz einfach: A7 - A1 bis Haltern und dann in Richtung Wesel. Hinter der Möbelfabrik einmal rechts und einmal links und dann durch den Wald.
Aber soweit waren wir noch lange nicht. Hinter Bremen wurde noch ein kurzer Abstecher zum Konkurrenzzeltlager aus Norderstedt gemacht. Julia sollte ja ihr T-Shirt bekommen. Der Anblick dieses Lagers sorgte dafür, dass wir schnell weiter wollten. Sitten haben die... Selbst unser Lagerneuling (Marco) sagte: "Das ist doch kein Zeltlager"

Die Nacht verbrachten wir nach 6 Stunden Fahrt im Führerhaus unseres Lasters. Eingekuschelt zwischen Handbremse und Sicherheitsgurt, die Beine lässig hinter den Ohren verknotet, ruhten wir für einen kurzen Moment.

Nach weiteren drei Stunden Fahrt erblickten wir das Ortschild SCHERMBERG. Wahnsinn. Unter Missachtung sämtlicher Verkehrsregeln (Einbahnstraßen? Fußgängerzonen? Verbot für LKW ab 2,5 t? EGAL) erreichten wir den Zeltplatz gegen acht Uhr.
Die Gruppenleiter mit Henrike wollten um 06.00 Uhr in Neumünster aufbrechen. Warten ist langweilig! Also LKW ausladen. Als die GruLeis nach knapp drei Stunden auch eintrafen, standen bereits die Küche und das Großzelt. Naja zumindest fast.
Der Rest des Vortrupps verlief wie im Fluge. Nach wenigen Stunden standen die Zelte, war die Küche eingeräumt und auch das Waschzelt hatte seinen Platz gefunden. Blieb nur noch das Banner mit einer zirkusreifen Hochseilnummer im Baum aufzuhängen. Gerüchte, wonach wir neben dem Banner auch Nina oben lassen wollten, möchten wir hier noch mal ausdrücklich dementieren!!!
Die schönste Nacht des Lagers folgte. Stille, lauschige Wärme und vor allem keine Kid´s. Aber die kamen schon am nächsten Mittag. Nun hieß es Zelte verteilen, Zelte tauschen. Gepäck sortieren und und und.

Auf dem Programm in diesem Jahr standen wieder Workshops, Spiele, gemütliche Abende, Gruselwanderung (hierzu sei nur gesagt: "Ups wir sind geblitzt worden, waren wohl zu schnell". (Zitat Dennis)).

Es war Mittwoch, der erste Mittwoch. Der Wetterbericht sprach von viel Regen im Ruhrgebiet. Nur bei uns war davon nichts zu sehen. Der Himmel war grau wie meistens, aber es war trocken. Nach dem Frühstück fing es an, leicht zu regnen. Doll war es nie, aber schon nach kurzer Zeit bildeten sich kleine Bäche, kleine Seen. Aus kleinen Bächen wurden große Bäche und aus den Seen wurden Stauseen. Die Bäche fingen an, sich durch das Großzelt und das Gruppeleiterzelt einen Weg zu bahnen. Während die GruLeis das Regenquiz durchführten, schafften sie es noch  Gräben zu ziehen, was aber das Zelt 4 nicht davor bewahrte, unter- und durchspült zu werden. Jungs: Ihr ward tapfer!!! Den ganzen Tag regnete es leicht weiter. Auf dem Platz sah man ständig drei oder vier völlig durchnässte
Wichte bewaffnet mit Eimern und Spaten von Zelt zu Zelt eilen. Ohne den heißen Tee und die mahnenden Worte aus der Küche lägen wir wohl noch jetzt mit einer Lungenentzündung im Bett. Danke an Henrike, Debbi, Katha und die anderen. Am Abend fand man Marco und Stefan auf Stühlen unter der Dusche sitzend. Das war schön. Die Nacht verlief wie der Tag. Regenklamotten, Spaten und Funzel. Eine tolle Kombination. Haben Sie mal versucht beim Graben eine Funzel zu halten?
Der Regen war am Morgen vorbei. Stefan traute der Sache nicht und ist seitdem als Regenbeschwörer verschrien. Daran konnten auch die Sonnenstrahlen nichts mehr ändern.

Ach ja, der Tag nach dem Regen. Robbinsontag. Die Aussetzpunkte waren gut gewählt. Leider konnten einige Zelte nicht so gehen, wie es gedacht war. So kam es zu leichten Umwegen. Zelt 4 hatte das härteste Los. Sie wurden wie abgesprochen genau 40 KM vom Platz entfernt ausgesetzt. Leider wurden sie einmal in die falsche Richtung geschickt und sind dann Sinnloserweise um einen See gelaufen. Trotzdem waren sie super.

Den geplanten Ausflug in einen "Freizeitpark" mussten wir spontan absagen. Nach dem die ersten Kid´s den Park gesehen haben, roch es in den Bullis stark nach Meuterei. Und das zu Recht. Statt dessen ging es mit allen nach Dorsten. Wie, Sie kennen Dorsten nicht. Na ja, die meisten von uns vorher auch nicht. Verpasst haben Sie nichts.

Es folgte ein Tagesausflug ins Schwimmbad, eine tolle Vampirjagd, das Fußballturnier. Das Spiel Kinder gegen das
Team rundete das Programm ab; Ergebnis 12:2 für das Team. wobei eins der 2 Tore für die Kinder auf einer krassen Fehlentscheidung des Schiri´s beruht. Der Ball war 3 Meter am Tor vorbei, Herr Herrndorff!!!! Großen Anteil an diesem Erfolg hatten auch Svea und Linn. Mit ihrem Fangesang: Unsere Helden..... das sind die Gelben, trieben sie uns zum Erfolg. Habt Dank.                    zum Lied

Beinahe hätten wir es vergessen. Kaplan Kolanowski war für drei Tage zu Besuch. Am Freitag gab es das Bergfest, beginnend mit einem schönen Gottesdienst unter freiem Himmel. Anschließend gab es eine Folge der Vorher Nachher Show und dann dröhnten laute Beats über den Platz.
Das als "Rausschmeißer" gedachte Lied Anita von unserm Freund Costa führte zu einer spontanen Tanzeinlage der "Alten Säcke". Das Zelt bebte und eigentlich hätte es noch Stunden weitergehen können.

Erwähnenswert sind noch die beiden Überfälle. Zum einen die Bordesholmer. Wir waren vorbereitet, die vermeintlichen Bannerklauer in die Flucht zu schlagen. Auf dem Platz, in dunkle Ecken gezwängt, warteten wir darauf, dass sie sich zeigten. In dieser Nacht sah man Dinge auf dem Platz die vorher unvorstellbar schienen. Mülleimer sprangen über Wäscheleinen, Kohorten von Menschen rannten über den Platz, Bäume die sich zur Musik des Dorffestes wiegten. "Manchmal geschehen Dinge, die nur mit Müdigkeit zu erklären sind, nicht war Herr Kretschmer, die Nacht mit Dir an diesem Baum war wunderschön."
"Ja Marco, war es eine Linde?"

Der zweite Überfall war anders. Die kleinen Mädchen, die Nachtwache hatten, bemerkten dass da etwas im Busch ist. Mutig stellten Sie sich mit ihren Gruppenleitern um das Banner. Thomas R. und Matze R. hatten keine Chance. Nach einer kurzen Jagd über den Platz waren sie gestellt. Der Krach, den die beiden gemacht haben, hat das gesamte Lager aufgeweckt. Und wenn schon alle wach sind, kann man auch gleich eine Nachtwanderung machen, oder? Euch beiden auch noch einmal ein dickes DANKE!!!

Thomas sollten wir aber bald schon wieder sehen. Am letzten Abend erschien er zusammen mit Kirsten um uns abzuholen. Aber soweit sind wir ja noch nicht.

Am Sonntag tauschten plötzlich seltsame Wesen auf dem Platz auf. Bekleidet mit einer glitzernden Kopfbedeckung und einfältigen Gesichtsausdrücken. Verwirrt irrten sie über den Platz. In der Nacht sorgte die gelbe Haarpracht für ausreichende Illumination, so dass sie einen aktiven Beitrag zur Energieeinsparung beitrugen.
 

Ob in Dorsten, im Schwimmbad, beim Wandern oder vor dem Fußballspiel. Ständig erklang ein altbekanntes Lied. Schleswig-Holstein meerumschlungen. Immer wiesen wir auf unsere Heimat hin. Selbst Nachts hörte man leise dieses Lied am Lagerfeuer.

Haben wir noch was vergessen, Marco?
Ja, Stefan. Die Küche war super (ich weiß, schleim, selbstgelobhudelei..) auch wenn ich persönlich nur einmal das gegessen habe, was wir gekocht haben. Aber da alle anderen unseren Mampf vertilgt haben und Reklamationen im Großen und Ganzen ausblieben, können wir wohl davon ausgehen, dass unsere zubereiteten Mahlzeiten zumindest essbar waren.
Stimmt, ich habe von einer Gruppenleiterin gehört, die schon recht lange dabei ist, dass sie zum ersten mal alles gegessen hat, was es gab.
Aber bei der Küchenchefin ist das ja auch eigentlich kein Wunder, oder?

Abschließend möchten wir noch erwähnen, dass es zwar etwas nass war in diesem Jahr. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass es in diesem Jahr auf anderen Plätzen aufgrund des Wetters zu tragischen Unglücksfällen kam, erscheint dies geradezu unerheblich.

Dieser einseitige, dümmliche, langweilige und doofe Bericht stammt aus dem Fingern von:

    Marco    &    Stefan

 

Und hier noch mal in voller Schönheit,
                                                            die Gruppenleiter